Blähungen abends und nachts: Was man über Flatulenz wissen sollte?

Blähungen abends und nachts sind meist völlig normal – ein natürlicher Teil der Verdauung. Häufige Auslöser sind späte oder große Mahlzeiten und bestimmte Lebensmittel. Treten zusätzlich andere Symptome auf, kann ein Verdauungsproblem dahinterstecken. Hier erfahren Sie Ursachen, Vorbeugung und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist.

Inhalt

Die Entstehung von Gasen im Verdauungssystem ist ein normaler Teil des Verdauungsprozesses. Der Körper entledigt sich überschüssiger Gase durch Aufstoßen oder Flatulenz. Schmerzen können entstehen, wenn sich die Gase nicht kontinuierlich bewegen oder blockiert werden.

Eine Verstärkung der Blähungen kann durch Lebensmittel mit höherer Gasbildung verursacht werden – hier helfen oft bestimmte Ernährungsumstellungen. Auch Verdauungsstörungen können übermäßige Blähungen verursachen.

Ist das normal?

Es ist normal, Gas zu haben. Tatsächlich scheiden die meisten Menschen täglich etwa 600–700 ml Gas aus und haben rund 14-mal am Tag Gas.

Auch wenn man denkt, zu häufig zu rülpsen oder Blähungen zu haben, ist es medizinisch gesehen ungewöhnlich, regelmäßig zu viel Gas zu haben.

Blähungen treten abends und nachts oft auf, wenn man kurz vor dem Zubettgehen isst – besonders, wenn man sich bald nach dem Essen hinlegt. Eine große Mahlzeit am Ende des Tages kann zudem Beschwerden wie beim Reizdarmsyndrom (RDS) auslösen. Manche Menschen nehmen ihren Körper abends in der Ruhe auch bewusster wahr und bemerken Blähungen stärker.

Nächtliche Blähungen lassen sich oft durch eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten reduzieren. Treten zusätzlich andere Symptome auf, könnte ein Magen-Darm-Problem zugrunde liegen.

Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt mehrere mögliche Ursachen für nächtliche Blähungen.

Ursachen nächtlicher Blähungen auf einen Blick

  • Ernährung: bestimmte Obst-, Gemüse- und Milchprodukte, kohlensäurehaltige Getränke, künstliche Süßstoffe
  • Luft schlucken: zu schnelles Essen, Rauchen, Kaugummi, loser Zahnersatz
  • Reizdarmsyndrom (RDS): Blähungen, Krämpfe, Unterleibsschmerzen, Verstopfung/Durchfall
  • Laktoseintoleranz: Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen nach Milchprodukten
  • Zöliakie: Autoimmunreaktion auf Gluten
  • Lebensmittelempfindlichkeit: z. B. auf Gluten oder Schwefel
  • Medikamente: z. B. NSAR, Abführmittel, Antimykotika, Statine

Ernährung

Viele Lebensmittel und Getränke können Blähungen verursachen:

  1. Obst wie Äpfel, Pfirsiche und Birnen
  2. Gemüse wie Zwiebeln, Pilze, Bohnen und Kreuzblütler (Rosenkohl, Brokkoli)
  3. laktosehaltige Lebensmittel (Milch, Käse, Eiscreme, manche verpackte Produkte)
  4. kohlensäurehaltige Getränke, Fruchtgetränke und Getränke mit Fructose-Glucose-Sirup
  5. künstliche Süßstoffe (Sorbit, Mannit, Xylit)
  6. Ballaststoffzusätze wie Inulin und Fructooligosaccharide

Manche Menschen haben eine Fructose-Intoleranz und bekommen nach fructosehaltigen Lebensmitteln Blähungen oder Durchfall. Ein Ernährungstagebuch hilft, auslösende Lebensmittel zu erkennen.

Luft schlucken

Auch verschluckte Luft kann Blähungen verursachen – etwa durch:

  1. zu schnelles Essen oder Trinken
  2. Rauchen
  3. Kaugummi kauen
  4. losen Zahnersatz

Meist gibt der Körper den Großteil der Luft durch Aufstoßen wieder ab; die restlichen Gase werden über den Darm ausgeschieden.

Reizdarmsyndrom (RDS)

Das RDS betrifft Dick- und Dünndarm. Eine genaue Ursache gibt es nicht; eine Rolle spielen können Genetik, Lebensstil, Allergien, Darmbakterien, Stress und Ernährung. Neben Blähungen sind Krämpfe, Unterleibsschmerzen sowie Verstopfung oder Durchfall möglich. Hilfreich sind u. a.:

  • Mahlzeiten zu regelmäßigen Zeiten
  • kleinere, häufigere Mahlzeiten
  • ausreichend trinken
  • Alkohol, Koffein, künstliche Süßstoffe und kohlensäurehaltige Getränke einschränken
  • Ernährungstagebuch führen und Auslöser meiden

Laktoseintoleranz

Bei Laktoseintoleranz kann der Körper den Milchzucker nicht abbauen. Mögliche Symptome nach Milchprodukten: Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen. Ein Arzt kann dies per Atemtest diagnostizieren. Das Meiden bzw. Einschränken laktosehaltiger Produkte (Käse, Joghurt, Butter, manche verarbeitete Produkte) hilft, die Symptome zu kontrollieren.

Zöliakie

Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die bei Glutenaufnahme den Dünndarm schädigt. Bei Kindern sind Verdauungsprobleme (Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen) häufiger; bei Erwachsenen u. a. Anämie, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Stimmungstief. Die Diagnose erfolgt per Gewebeprobe (Endoskopie); Therapie ist eine glutenfreie Ernährung.

Lebensmittelempfindlichkeit

Manche Menschen reagieren empfindlich auf Gluten, Schwefel oder andere Stoffe. Eine Eliminationsdiät (meist 4–8 Wochen, mit ärztlicher Begleitung) hilft, Auslöser zu identifizieren.

Medikamente

Blähungen können Nebenwirkung bestimmter Medikamente sein, z. B. NSAR (Ibuprofen), Abführmittel, Antimykotika oder Statine. Sprechen Sie ggf. mit Ihrem Arzt über Alternativen.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung können Sie folgende Lebensmittel/Getränke einschränken: kohlensäurehaltige Getränke, frittierte und fettreiche Lebensmittel sowie Zucker. Weitere Tipps:

  1. häufiger kleinere Mahlzeiten essen
  2. Kaugummi, Rauchen und Trinken mit Strohhalm vermeiden (weniger Luft schlucken)
  3. langsam essen und trinken
  4. regelmäßige Bewegung zur Förderung der Verdauung
  5. ausreichend trinken
  6. Pfefferminztee trinken
  7. keinen losen Zahnersatz tragen
  8. auslösende Lebensmittel einschränken
  9. Ballaststoffe schrittweise erhöhen
  10. nach dem Essen 2–3 Stunden warten, bevor man sich hinlegt

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Komplikationen

Nächtliche Blähungen können die Schlafqualität beeinträchtigen. Magen-Darm-Beschwerden können zu Schlafstörungen führen, die wiederum die Symptome verschlimmern. Bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte man sich behandeln lassen.

Wann zum Arzt?

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn nächtliche Blähungen mit weiteren Symptomen einhergehen:

  1. Verstopfung oder Durchfall
  2. ungewollte Gewichtsabnahme
  3. Beeinträchtigung des Schlafs oder der Lebensqualität
  4. plötzliche Veränderungen der Symptome
  5. wiederkehrende Blähungen oder Bauchschmerzen
  6. Blut im Stuhl

Ebenso, wenn Hausmittel oder Ernährungsumstellungen nicht helfen.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden oder besorgniserregenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Zusammenfassung

Blähungen abends und nachts können viele Gründe haben und sind oft ein normaler Teil der Verdauung. Eine große Mahlzeit vor dem Schlafengehen oder bestimmte Lebensmittel können sie auslösen. Treten zusätzlich andere Symptome auf, kann ein Arzt prüfen, ob eine Grunderkrankung vorliegt. Übermäßige Blähungen lassen sich häufig durch Ernährungsumstellungen reduzieren.

Blähungen abends und nachts – Ernährung und Flatulenz

Häufige Fragen

Sind Blähungen abends und nachts normal?

Ja. Blähungen sind ein normaler Teil der Verdauung – die meisten Menschen scheiden täglich etwa 600–700 ml Gas aus und haben rund 14-mal am Tag Gas. Treten zusätzlich andere Symptome auf, kann ein Verdauungsproblem dahinterstecken.

Was verursacht nächtliche Blähungen?

Häufige Ursachen sind eine späte oder große Mahlzeit, bestimmte Lebensmittel/Getränke, verschluckte Luft sowie Erkrankungen wie Reizdarmsyndrom, Laktoseintoleranz oder Zöliakie. Auch manche Medikamente können Blähungen auslösen.

Blähungen abends und nachts – mögliche Auslöser und Tipps zur Vorbeugung

Wie kann ich Blähungen vorbeugen?

Hilfreich sind kleinere Mahlzeiten, langsames Essen und Trinken, das Meiden auslösender Lebensmittel und kohlensäurehaltiger Getränke sowie 2–3 Stunden Abstand zwischen Essen und Hinlegen.

Wann sollte ich wegen Blähungen zum Arzt?

Bei begleitendem Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Schlafstörungen, plötzlichen Veränderungen, wiederkehrenden Bauchschmerzen oder wenn Hausmittel und Ernährungsumstellungen nicht helfen.

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