Magengeschwüre bei Hunden und Katzen: H. Pylori

Auch Hunde und Katzen können Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre bekommen – bei Hunden häufiger als bei Katzen. Häufige Ursachen sind Schmerzmittel (NSAR) und Steroide, seltener auch Helicobacter-Infektionen. Bei Anzeichen wie (blutigem) Erbrechen, schwarzem Stuhl oder Appetitlosigkeit sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.

Dieser Überblick basiert auf einem Beitrag der Tierärztin Dr. Karen Becker.

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre bei Hunden und Katzen

Als gastroduodenale Geschwüre bezeichnet man Geschwüre im Magen und/oder im Zwölffingerdarm (dem ersten Teil des Dünndarms) von Hunden oder Katzen. Sie treten bei Hunden häufiger auf als bei Katzen, kommen aber bei beiden vor.

Die Magensäure von Hunden und Katzen ist sehr sauer (pH etwa 1–2,5). Das ist sinnvoll, da sie als Fleischfresser auch rohes Fleisch verarbeiten; die Säure schützt zugleich vor vielen krankheitserregenden Keimen.

Wie der Magen geschützt ist

Der Magen mischt Magensäure und Pepsin, um die Verdauung zu unterstützen. Das Magengewebe widersteht der sauren Umgebung dank mehrerer Schutzmechanismen: Schleimhautzellen, dichte Zellverbindungen und eine dicke Schleimschicht. Eine gute Durchblutung hilft, geschädigte Zellen schnell zu ersetzen. Steigt die Säuresekretion jedoch so stark, dass diese Schutzkräfte überlastet werden, kann ein Geschwür entstehen.

Ursachen von Magengeschwüren bei Hunden und Katzen

Es gibt mehrere mögliche Ursachen:

  • Medikamente: nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Steroide (z. B. Prednison) sind häufige Auslöser.
  • Erkrankungen: akutes/chronisches Nierenversagen, Leber­erkrankungen, Tumore (z. B. der Bauchspeicheldrüse), entzündliche Magenerkrankungen, Nebennierenschwäche.
  • Vergiftungen: giftige Pflanzen oder Pilze, Pestizide/Rodentizide, Chemikalien oder Schwermetalle.
  • Starker Stress / körperliche Belastung (z. B. bei Schlitten- oder Rennhunden) sowie Durchblutungsstörungen der Schleimhaut.
  • Infektionen, darunter – seltener – Helicobacter.

Hinweis: Ibuprofen wird in der Tiermedizin nicht empfohlen; bei Hunden (z. B. Deutschen Schäferhunden, Rottweilern) kann es vermehrt zu Geschwüren und Magenperforationen führen. Geben Sie Ihrem Tier niemals Humanschmerzmittel ohne tierärztliche Anweisung.

Symptome eines Geschwürs beim Hund

  1. Anämie
  2. Schwäche
  3. Gewichtsabnahme
  4. Appetitlosigkeit
  5. schnelle Herzfrequenz
  6. blutiges Erbrechen oder schwarzer, teeriger Stuhl (Zeichen von verdautem Blut)
  7. Bauchschmerzen und Anzeichen von Übelkeit (Lecken der Lippen, Speichelfluss)

Geschwüre bei Katzen

Katzen mit Magen-Darm-Geschwüren zeigen selten spezifische Symptome wie Blut im Stuhl oder Erbrechen und bleiben oft lange unauffällig. Sie neigen eher zu Anzeichen ernsterer, teils lebensbedrohlicher Blutungen.

Diagnose

Der Tierarzt erhebt die Vorgeschichte und untersucht das Tier. Häufig folgen:

  • ein Blutbild (zur Feststellung einer Anämie)
  • ein biochemisches Profil
  • Stuhl- und Urinproben

Eine Blutuntersuchung kann eine Anämie zeigen; bei chronischer Blutung auch eine Eisenmangelanämie. Der Stuhl wird auf Blut untersucht. Eine endgültige Diagnose erfolgt meist per Endoskopie, bei der der Tierarzt direkt in Magen und Zwölffingerdarm schauen, Fremdkörper entfernen und Gewebeproben entnehmen kann.

Behandlung

Ziel ist es, die Ursache zu beseitigen und das Tier zu stabilisieren. Da Geschwüre mit Blutungen, Schock oder Infektionen einhergehen können, ist manchmal eine intensivmedizinische Behandlung nötig (z. B. Infusionen, in schweren Fällen Transfusionen). Zusätzlich kommen Medikamente zum Schutz des Verdauungstrakts und zur Reduktion der Magensäure zum Einsatz. Wird eine Helicobacter-Infektion festgestellt, entscheidet der Tierarzt über die geeignete Therapie.

Magengeschwüre bei Hunden und Katzen – Helicobacter

Vorbeugung

Magengeschwüren beugt man vor, indem man die zugrunde liegenden Ursachen reduziert. Hilfreiche Maßnahmen:

  1. eine ausgewogene, hochwertige und artgerechte Ernährung
  2. Stress reduzieren und eine ruhige Umgebung schaffen
  3. Medikamente (besonders NSAR/Steroide) nur in der niedrigsten wirksamen Dosis und unter tierärztlicher Aufsicht; bei nötiger Steroid-/NSAR-Gabe ggf. Magenschutz besprechen
  4. versehentliche Vergiftungen vermeiden (giftige Pflanzen, Chemikalien, Köder)
  5. regelmäßige tierärztliche Kontrollen

Hinweis: Dieser Artikel dient nur zur Information und ersetzt keinen Tierarztbesuch. Bei Verdacht auf ein Magengeschwür oder bei Symptomen wie Erbrechen, schwarzem Stuhl oder Appetitlosigkeit wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt. Geben Sie Ihrem Tier keine Medikamente ohne tierärztliche Anweisung.

Häufige Fragen

Bekommen Hunde und Katzen auch Magengeschwüre?

Ja. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre kommen bei Hunden häufiger vor als bei Katzen, treten aber bei beiden auf. Bei Katzen bleiben sie oft länger unentdeckt.

Was sind die häufigsten Ursachen?

Häufig sind nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Steroide. Weitere Ursachen sind Nieren- oder Lebererkrankungen, Tumore, Vergiftungen, starker Stress sowie seltener Helicobacter-Infektionen.

Welche Symptome zeigen Hunde und Katzen?

Mögliche Anzeichen sind Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche, Anämie, (blutiges) Erbrechen, schwarzer teeriger Stuhl und Bauchschmerzen. Bei Katzen sind die Symptome oft unspezifisch.

Was sollte ich tun?

Suchen Sie einen Tierarzt auf. Die Diagnose erfolgt über Blutbild, Kot-/Urinproben und ggf. eine Endoskopie. Behandelt werden die Ursache sowie der Magen (Magenschutz, Säurereduktion). Setzen Sie Medikamente nur in Absprache mit dem Tierarzt ab.

Quelle: Dr. Karen Becker, healthypets.mercola.com

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