Globale Daten zeigen zunehmende Resistenz bei Helicobacter Pylori Infektionen bei Kindern
Share
Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse mit Daten aus 28 Ländern zeigt eine zunehmende Antibiotikaresistenz von Helicobacter pylori bei Kindern – berichtet ein internationales Forscherteam in BMC Medicine.
Resistenzraten von H. pylori gegenüber Clarithromycin, Metronidazol, Levofloxacin, Amoxicillin und Tetracyclin
Die von Forschern der iranischen Shahid Beheshti University of Medical Sciences geleitete Untersuchung umfasste 63 Studien mit 15.953 Kindern aus 28 Ländern in fünf WHO-Regionen. Die europäische Region war mit 30 Studien (7.462 Kinder) am stärksten vertreten, gefolgt von der westpazifischen Region (20 Studien, 7.202 Kinder).
Das Durchschnittsalter lag bei 11,8 Jahren, 59 % der Teilnehmenden waren weiblich. In den zwischen 2000 und 2023 veröffentlichten Studien wurden die Resistenzraten gegenüber Clarithromycin, Metronidazol, Levofloxacin, Amoxicillin und Tetracyclin untersucht.
Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist von H. pylori betroffen, mit höherer Inzidenz in Entwicklungsländern. Die Infektion wird mit Gastritis, Magengeschwüren und Magenkrebs in Verbindung gebracht.
Die weltweite Prävalenz bei Kindern beträgt 32,3 %. Die Behandlung besteht aus einer Kombination von Antibiotika und Medikamenten wie Protonenpumpeninhibitoren – doch die zunehmende Antibiotikaresistenz hat sich in einigen Teilen der Welt als einer der Hauptgründe für das Scheitern der Behandlung erwiesen.
Ergebnisse erfordern „dringende Aufmerksamkeit"
Die Rate der primären Resistenz betrug:
- Metronidazol: 35,3 %
- Clarithromycin: 32,6 %
- Levofloxacin: 13,2 %
- Amoxicillin: 4,8 %
- Tetracyclin: 1,2 %
Die sekundäre Resistenz (basierend auf 115 Isolaten) lag bei 69,3 % für Clarithromycin, 45,8 % für Metronidazol, 36,4 % für Levofloxacin und 2,9 % für Tetracyclin.
Im zeitlichen Verlauf wurde ein signifikanter Anstieg zwischen 2000–2005 und 2020–2023 festgestellt: von 1,1 % auf 16,1 % (Amoxicillin), von 20,4 % auf 49,5 % (Clarithromycin), von 25,0 % auf 38,5 % (Metronidazol) und von 2,0 % auf 2,7 % (Tetracyclin).
„Der eskalierende Trend der Antibiotikaresistenz von H. pylori bei Kindern erfordert weltweit dringende Aufmerksamkeit", schreiben die Studienautoren.
Die höchste Metronidazol-Resistenz (61,5 %) trat bei Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren auf, die höchste Clarithromycin-Resistenz (51 %) bei Kindern von 0 bis 5 Jahren. Die Autoren betonen, dass nationale und regionale Überwachungsnetzwerke für eine gezielte Antibiotikasteuerung nötig sind.
Quelle: [Studie in BMC Medicine – Link/DOI einfügen]
FAQ – Helicobacter pylori
Wie steckt man sich mit Helicobacter pylori an?
Die Ansteckung erfolgt meist von Mensch zu Mensch – häufig über Speichel, gemeinsam genutztes Besteck oder kontaminierte Lebensmittel und Wasser.
Welche Behandlung wird bei Helicobacter pylori eingesetzt?
Standard ist eine sogenannte Eradikationstherapie mit Antibiotika in Kombination mit säurereduzierenden Medikamenten.
Kann Helicobacter pylori ohne Symptome vorhanden sein?
Ja, viele Menschen tragen die Bakterien ohne spürbare Beschwerden in sich.
